Form, Schrühbrand, Malerei, Glasurbrand

Fayence: Malerei auf ungebrannter Glasur

Fayence entsteht in zwei Bränden. Dazwischen wird auf eine trockene Glasurschicht gemalt, die Wasser und Pigment sofort aufnimmt.

01 · Die Form anlegen

Gefäße werden gedreht oder aufgebaut. Figuren, Köpfe, Blätter und Tiere entstehen plastisch und werden angesetzt. Schon dabei muss klar sein, wie eine Linie über die Rundung läuft und wie Henkel, Deckel oder Ausguss in das Bild eingreifen.

02 · Der Schrühbrand

Der erste Brand festigt den getrockneten Ton, der Scherben bleibt jedoch porös. Danach wird die helle Glasur auf den gebrannten Körper aufgetragen.

03 · Auf der Glasur malen

Die getrocknete, noch ungebrannte Glasur nimmt jeden Pinselzug auf. Linien lassen sich kaum entfernen oder deckend überarbeiten. Konturen und Farbflächen müssen daher mit wenigen sicheren Zügen sitzen.

Ich male wie auf Löschpapier
Sigrid H.-Artes, Interview mit Philine Schlick

04 · Der Glasurbrand

Im zweiten Brand schmilzt die Glasur und verbindet sich mit den keramischen Farben. Der zuvor matte Auftrag erhält Tiefe und Glanz. Im Feuer verändern sich Farbwerte und Verläufe; anders als bei einer Zeichnung lässt sich das Ergebnis danach nicht korrigieren.

Ich bin immer noch jedes Mal aufgeregt
Sigrid H.-Artes, über den zweiten Brand im Interview mit Philine Schlick

Die Form bestimmt das Bild mit

Ein Wandteller fasst die Darstellung in einem Kreis. Auf einer Vase läuft die Szene um den Körper und ist nicht mit einem Blick zu erfassen. Bei Kannen, Dosen und Leuchtern tragen plastische Teile das Bild: Ein Hals wird zum Ausguss, ein Vogel zum Henkel, eine Blüte zur Schale.

Interview zur Fayencetechnik